Kultur, Gesellschaft, Gedanken.

Category archive

Essay

Man sieht die Gebäudefassade des Von der Heydt-Museums in Wuppertal mit einem großen Plakat der Ausstellung Carl Grossbergs.
Essay/Kommentar/Kunst

Carl Grossberg in Wuppertal: Maschinenblick und Schattenraum

Lange kannte ich Wuppertal nur aus Erzählungen. Eine Familie, die eine Textilbandfabrik in der Stadt besaß, verbrachte mehrere Jahre ihre Ferien im Hotel meiner Großeltern. Sie hatten eine Tochter, mit der ich in diesen Wochen viel Zeit verbrachte. Mehr wusste ich über die Stadt nicht. Später wurde Wuppertal für mich, wie für viele andere auch,… Weiterlesen

Eine lebendige europäische Fußgängerzone an einem sonnigen Nachmittag. Menschen verschiedener Generationen und sozialer Hintergründe teilen sich selbstverständlich den öffentlichen Raum. Eine junge Frau hilft einer älteren Person über eine Bordsteinkante, ein Vater hebt den Müll seines Kindes auf, ein Radfahrer wartet geduldig an einem Zebrastreifen, Passanten begegnen sich respektvoll.
Essay/Philosophie

Verantwortung: Wer trägt sie? Wer nicht?

Vor einigen Tagen sehe ich, wie ein Mann seine brennende Zigarette in einen Gully wirft. Kein Blick nach rechts oder links, keine Sekunde des Zögerns. Eine kleine, beiläufige Bewegung. Einen Augenblick lang überlege ich, ob ich etwas sagen soll. Wäre das jetzt meine Verantwortung, nur weil ich es gesehen habe? Ich entscheide mich dagegen. Es… Weiterlesen

Essay/Kommentar/Kunst

Rundgang 2026 der UdK Berlin

Der Rundgang 2026 der UdK Berlin war kein normaler Sommertermin und keine bloße Leistungsschau. Er war ein Ereignis unter Druck, geprägt von Protest, geschlossenen Ateliers, eingeschränkten Öffnungszeiten und einer Atmosphäre, in der die Hochschule ihre eigene Verletzbarkeit kaum verbergen konnte.  Das ist mehr als ein organisatorisches Detail. Wer den Rundgang nur als studentisches Schaufenster betrachtet,… Weiterlesen

Collage aus Frauen- und Männerporträts mit unterschiedlichen Gesichtszügen und Hauttönen, die durch eine ähnlich makellose, optimierte Ästhetik fast austauschbar wirken. Das Motiv visualisiert das sogenannte Instagram Face.

Instagram Face: Die Ästhetik der Unlesbarkeit

Zu meinem Wochenende gehört auch der „Weekend Essay” des „New Yorker”. Ich mag diese Art von Texten, und diesmal war es ein Essay über Schönheitswahn und Schönheitsoperationen in den USA mit dem Titel „Our Plastic-Surgery Nightmare”. Die Autorin Jia Tolentino, die vor sieben Jahren den Begriff „Instagram Face” geprägt hat, beschreibt, wie kosmetische Eingriffe immer… Weiterlesen

CULTURE & PEOPLE/Essay

Ingeborg Bachmann zum 100. Geburtstag

Mir war Ingeborg Bachmann lange nur als Name bekannt. Genauer gesagt als der Name eines Literaturpreises aus Klagenfurt, der seit 1977 zu den wichtigsten im deutschsprachigen Raum zählt. Das ändere ich aber heute mit diesem Essay. Ihr 100. Geburtstag ist ein passender Anlass dafür. Allerdings interessiert mich mehr als jede Würdigung: Was hat es diese… Weiterlesen

Menschen in einem Vortragssaal beim Zuhören und beim Fragen stellen
CULTURE & PEOPLE/Essay

Fragen ist schwerer als Antworten

Vor eineinhalb Wochen fand in Düsseldorf eine Podiumsdiskussion über Journalismus statt. Ich fand die Runde wirklich gut. Die Themen, die Speaker:innen, das Gespräch auf der Bühne. Und dann, am Ende: „Gibt es noch Fragen aus dem Publikum?” Mein Kopf war noch mit dem gerade Gesagten beschäftigt. Keine Frage. Nichts. Ich hätte auch keine schlechte Frage… Weiterlesen

CULTURE & PEOPLE/Essay/Kunst

Ernst Beyeler: Der Mann, der Basel zur Kunstweltstadt machte

Noch bis Sonntag läuft die Art Basel 2026 – und wer dieser Tage durch die Messehallen geht, erlebt den Moment der Erstbegegnung, den der Markt gerade bewusst inszeniert. Unter dem Namen „Basel Exclusive” haben die vier mächtigsten Galerien der Welt ihre Hauptwerke bis zur VIP-Eröffnung zurückgehalten. Es gibt keinen Online-Viewing-Room und auch keine diskreten Vorab-E-Mails.… Weiterlesen

Wer bin ich, wenn ich schreibe? Warum schreibe ich?

Wie wollen wir schreiben? Diese Frage stellten sich zehn Autorinnen und Autoren. Sie fragten sich, was auf dem Spiel steht, wenn Schreiben nicht nur Ausdruck ist, sondern auch der Versuch, im Schreiben Glück zu finden. Was für eine spannende Frage. Diese Frage hat mich heute persönlich bewegt, mein eigenes Schreiben mal zu erforschen: Warum schreibe… Weiterlesen

Wir sehen Queen Elisabeth, dieheute 100Jahre alt geworden wäre in einem gelben Kleid mit Hut.
CULTURE & PEOPLE/Essay

Trouvaille 42: Wenn ein Kleid regiert

Mein heutiges Fundstück ist eine Ausstellung, die ich hoffentlich bald besuchen werde, sobald ich es nach London schaffe: „Queen Elizabeth II: Her Life in Style” in der King’s Gallery des Buckingham Palace. Sie ist seit dem 10. April geöffnet und noch bis Oktober zu sehen. An ihrem hundertsten Geburtstag heute fühlt sich der Moment richtig… Weiterlesen

Wir sehen das Kunstwerk "Masken" mit fünf unterschiedlichen Fraskenhafte Masken von Emil Nolde aus dem Jahr 1911.
CULTURE & PEOPLE/Essay

Emil Nolde: Fünf Masken, kein Gesicht

Fünf Masken, ein flächiger, blaugrüner Hintergrund und dicke, vertikale Pinselstriche. Wer Nolde kennt, erkennt sofort, was hier passiert. Farbe nicht als Beschreibung, sondern als Zustand. Die rote Maske links zieht das Auge des Betrachters ins Bild, die gelbe Maske in der Mitte grinst mit einer Offenheit, die nicht freundlich wirkt, und die Maske unten starrt… Weiterlesen

Go to Top