Kultur, Gesellschaft, Gedanken.

Sehr gerne: Alt-Text: Watzmann im Morgennebel mit einer ironischen Wörterbuch-Definition von „Alpine Divorce" im Vordergrund — beschreibt das plötzliche, spurlose Ende einer Beziehung in großer Höhe, mit dem bitteren Zusatz: „hat jemand Neues gefunden."
CULTURE & PEOPLE/Kommentar

Wenn der Berg zeigt, was der Alltag verbirgt

Einige Tage vor dem 19. Februar 2026 stieß ich auf Instagram auf den Beitrag einer Frau, die über einen bevorstehenden Prozess berichtete. Eine Bergsteigerin war am Großglockner gestorben. Ihr erfahrener Tourenpartner war wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Ich hörte hin, legte das Thema dann aber gedanklich wieder zur Seite. Ich beobachtete still, wie man Dinge… Weiterlesen

kultur*letter/KULTUR*SALON

kultur*letter #12: Wer darf urteilen?

Mit dieser Ausgabe des Kultur:letters kuratiere ich für euch wieder das Beste aus Ausstellungen, Kino, Konzerten und Literatur. Passend zur kommenden Woche. Passend zu dir. Auch in der vergangenen Woche wurde wieder deutlich, dass Kultur in Deutschland längst kein „begleitender Schönheitsbetrieb“ mehr ist, sondern ein Raum, in dem sich politische, gesellschaftliche und symbolische Fragen mit… Weiterlesen

Das Bild zeigt den Schauspieler Mario Adorf.
CULTURE & PEOPLE/Kommentar

Mario Adorf: Seismograph einer Epoche – Ein Nachruf

Vor dreißig Jahren stand ich auf einer Geburtstagsfeier, zu der auch Mario Adorf kam. Ich kannte ihn nicht persönlich und war auch kein glühender Fan – und trotzdem spürte ich es sofort: Ein Rauschen ging durch die Menge, die Luft wurde dichter. Alle richteten sich unmerklich auf. Niemand musste sagen, wer da gerade angekommen war.… Weiterlesen

Ein Museumsraum mit einem einzigen Bild an der Wand — von hinten fotografiert, sodass wir sehen, dass jemand davor steht und schaut. Nicht was er sieht. Sondern dass er schaut.
CULTURE & PEOPLE/Essay

Was Kultur uns schuldet

Meine Tochter und ich saßen im Deutschen Theater Berlin. Auf der Bühne stand keine Schauspielerin, kein Schauspieler — nur Puppen. Und doch war dieser Abend einer der politisch dichtesten, den ich seit Langem erlebt hatte. Das Stück erzählt die Geschichte von Friedrich Zawrel, der als Kind im Nationalsozialismus auf dem Spiegelgrund entmenschlicht wurde und nach… Weiterlesen

kultur*letter/KULTUR*SALON

kultur*letter #11: Symbiosen: Wo Kunst und Natur aufeinandertreffen

Liebe Salonnière, lieber Salonier,in dieser neuen Ausgabe des Kultur*letters habe ich wieder das Beste aus Ausstellungen, Kino, Konzerten und Literatur für dich zusammengestellt – passend zum Osterwochenende, passend zu dir. Der Frühling kommt dieses Jahr mit Schlagseite. Während draußen alles sprießt, treibt es in der Kulturpolitik ebenfalls – nur nicht in die richtige Richtung. Die… Weiterlesen

Rezension/TROUVAILLES

Trouvaille 40: Der Anwalt, der Demokratie erklärt

Mein heutiges Fundstück sind eigentlich zwei – wie ein Buch, das man aufschlägt und darin eine Überraschung findet. Das erste: ein Podcastgast. „Hotel Matze” vom Februar dieses Jahres, Folge „Was ist ein Mensch wert?”, Gast: Ferdinand von Schirach. Ich kannte den Namen natürlich. Strafverteidiger, Bestsellerautor, vielfach ausgezeichnet – ein Bild, das sich über Jahre in… Weiterlesen

ART/Kommentar

Wenn Satire keine Übertreibung mehr braucht

Heute Vormittag, Instagram Monopol-Magazin: „Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verlegt die documenta an den Tegernsee.“ Neue Spielorte, frische Perspektive: Schloss Neuschwanstein soll die Bühne für die Weltkunstschau werden. Meine erste Reaktion war keine Skepsis. Es war Empörung. Schon wieder. Ich habe es sofort geglaubt. Kurz darauf ein Post der Süddeutschen Zeitung: „So einen Eingriff hat es noch… Weiterlesen

TROUVAILLES

Trouvaille 39: „April, April“

Mein heutiges Fundstück hat mir der Kalender selbst beschert: Der 1. April steht vor der Tür – und plötzlich wollte ich wissen, warum wir uns an diesem Tag eigentlich gegenseitig „in den April schicken“. Woher kommt dieses Ritual, das sich so hartnäckig hält, obwohl niemand mehr genau weiß, warum es existiert? Also bin ich auf… Weiterlesen

ART/CULTURE & PEOPLE

Kunsthalle München: Was Haar verrät

Ich stehe vor Botticellis Profilbildnis einer jungen Frau, gemalt um 1475. Das Haar der Frau ist kunstvoll geflochten, mit Perlen bestückt, über die Schulter gelegt. Es ist makellos. Es ist arrangiert. Und es gehört – das spüre ich in diesem Moment sehr deutlich – nicht ihr. Die Ausstellung HAAR – MACHT – LUST in der… Weiterlesen

Ein dunkle Bühnen mit Stuhlkreis.
CULTURE & PEOPLE/Kommentar

Welttag des Theaters 2026: Die Bühne als Korrektiv

Wann warst du zuletzt im Theater? Was hast du gesehen – und was hat dich noch Tage danach beschäftigt? Ich gehe regelmäßig, Berliner Schaubühne, Komische Oper, Deutsches Theater. Und jedes Mal ist es anders: manchmal dieses intensive Nachdenken auf dem Heimweg, manchmal einfach der pure Genuss, das angenehme Schwere-danach. Beides ist Theater. Beides zählt. Und… Weiterlesen

kultur*letter #10: Was wir tragen, was wir verschweigen

In dieser Ausgabe des Kultur*letters habe ich wieder das Beste aus Ausstellungen, Kino, Konzerten und Literatur für dich zusammengestellt – passend zum Wochenende, passend zu dir. Diese Woche hatte eine merkwürdige Schwere. Nicht die laute, dramatische Art – sondern die stille, die sich unter Alltagsnachrichten schiebt und dort bleibt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sorgt weiter für… Weiterlesen

Ein schwerer, dunkelroter Theatervorhang aus Samt schließt sich von beiden Seiten zur Mitte hin. Die Stoffbahnen fallen in weichen, dichten Falten und bedecken fast vollständig die Bühne. Am unteren Rand bleibt ein schmaler Spalt offen, durch den ein warmer, goldener Lichtschein nach außen dringt und sich auf dem Boden spiegelt. Die Szene wirkt ruhig, endgültig und leicht melancholisch, als würde ein letzter Moment verschwinden.
CULTURE & PEOPLE/Kommentar

Der Vorhang fällt

Am 31. Mai 2026 wird in Ingolstadt zum letzten Mal der Vorhang aufgehen – und dann für immer fallen. Die über 140.000 Einwohner zählende bayerische Stadt schließt ihren Theaterbau, den Hämmer-Bau, der seit Jahrzehnten das kulturelle Zentrum der Stadt war. Die letzte Premiere ist Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth. Ein Stück über Menschen,… Weiterlesen

Blick auf das Gebäude der Salzburger Festspiele
CULTURE & PEOPLE/Kommentar

Kultur unter Aufsicht

Die Salzburger Festspiele gelten als der Olymp der europäischen Hochkultur. Seit 1920 stehen sie für das Beste, was Oper, Schauspiel und Konzert zu bieten haben. Jährlich besuchen 250.000 Menschen die Festspiele, die damit zu einem globalen Leuchtturm und einer Weltmarke geworden sind. Doch jetzt dominiert ein Führungsstreit die Schlagzeilen. Das von Politiker:innen dominierte Kuratorium will… Weiterlesen

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