Man betritt diese Ausstellung nicht mit dem Gefühl, einer leisen Kunst zu begegnen. Man betritt sie wie einen Raum, der einen bereits erwartet hat: monumental, ruhig, beinahe feierlich. Jaume Plensa zeigt im Museum Küppersmühle in Duisburg eine große Werkschau unter dem Titel „Invisible“, die als bislang umfassendste museale Einzelausstellung des Künstlers dort angekündigt wird. Die…
WeiterlesenSeit Ostern versuche ich, Karten für die Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig zu bekommen. Jede Woche sind neue Zeitfenster ausverkauft, kaum dass sie freigeschaltet sind. Am 24. Juni stehe ich endlich davor, Slot 11 Uhr, draußen über dreißig Grad, drinnen angenehm kühl. Die Eingangshalle ist fast leer. Wer einen Zeitslot gebucht hat, kommt mit dem QR…
WeiterlesenEs gibt Kunstwerke, die man anschaut. Und es gibt Kunstwerke, die zurückschauen. James Turrell gehört zur zweiten Kategorie und er tut es mit einem Material, das sich nicht greifen lässt: Licht. Ich bin ihm 2015 zum ersten Mal in Berlin begegnet, in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs. Einer der berühmtesten Friedhöfe der Stadt – hier…
WeiterlesenNoch bis Sonntag läuft die Art Basel 2026 – und wer dieser Tage durch die Messehallen geht, erlebt den Moment der Erstbegegnung, den der Markt gerade bewusst inszeniert. Unter dem Namen „Basel Exclusive” haben die vier mächtigsten Galerien der Welt ihre Hauptwerke bis zur VIP-Eröffnung zurückgehalten. Es gibt keinen Online-Viewing-Room und auch keine diskreten Vorab-E-Mails.…
WeiterlesenIch saß im Museumscafé und war noch ganz vertieft in die Eindrücke der Uecker-Ausstellung, die ich mir gerade im Arp-Museum angesehen hatte. Uecker, der im letzten Jahr verstorben ist, seine weißen Nagelfelder, diese Geste der Erschütterung, des Schmerzes, des Erinnerns. Dann eine Push-Nachricht auf meinem Handy: David Hockney ist gestorben, am 11. Juni 2026, im…
WeiterlesenAb dem 6. Juni 2026 liegt über dem Pont Neuf in Paris eine Höhle. Nicht unter ihm, über ihm. Der französische Fotograf und Straßenkünstler JR verwandelt die älteste Brücke der Stadt in eine begehbare Felswelt: 80 aufblasbare Bögen, 120 Meter lang, bis zu 18 Meter hoch, bespannt mit 19.000 Quadratmetern bedruckter Leinwand. Die Oberfläche zeigt…
WeiterlesenIch sehe dieses Foto von Lars Eidinger, aufgenommen 2021 im Louvre. Es zeigt Museumsbesucher – Masken, Winterjacken, Smartphones – vor Paolo Veroneses „Hochzeit zu Kana“. Ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, fast zehn Meter breit, bevölkert von über hundert Figuren in Seide und Gold. Und davor: die Gegenwart. Gedränge. Atemschutz. Eine Frau fotografiert mit dem…
WeiterlesenEs gibt Wochenenden, die fühlen sich an, als hätte jemand zu viele Erzählstränge gleichzeitig aufgemacht. So war Berlin am vergangenen Wochenende: Gallery Weekend, 1. Mai, Demos, fast 30 Grad. Und mittendrin saß ich mit einer Freundin am Olivaer Platz in Wilmersdorf bei Kaffee und Kuchen, als plötzlich, in etwa 10 bis 15 Metern Entfernung, ein…
Weiterlesen„Eigentlich habe ich mir immer gewünscht: nur ein Paar Augen zu sein, ungesehen durch die Welt gehen, nur die anderen sehen.“ Jeanne Mammen hat sich diesen Satz irgendwann aufgeschrieben – und er klingt heute, fünfzig Jahre nach ihrem Tod, seltsam vertraut. Nicht weil er zeitlos wäre. Sondern weil er so präzise das Gegenteil von dem…
WeiterlesenHeute Vormittag, Instagram Monopol-Magazin: „Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verlegt die documenta an den Tegernsee.“ Neue Spielorte, frische Perspektive: Schloss Neuschwanstein soll die Bühne für die Weltkunstschau werden. Meine erste Reaktion war keine Skepsis. Es war Empörung. Schon wieder. Ich habe es sofort geglaubt. Kurz darauf ein Post der Süddeutschen Zeitung: „So einen Eingriff hat es noch…
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