Heute Abend beginnt am HAU Hebbel am Ufer das Festival „Berlin bleibt!“ — zum fünften Mal.
Das HAU Hebbel am Ufer ist eines der wenigen Theaterhäuser in Deutschland, das seinen Spielort konsequent als Stadtraum versteht – nicht als Bühne, von der aus man in die Stadt blickt, sondern als Teil von ihr. „Berlin bleibt!“ ist dafür das deutlichste Beispiel dafür: ein Festival, das seit fünf Jahren den öffentlichen Raum bespielt, kostenlos und ohne Schwelle, mitten in Kiezen, die selbst im Wandel sind.
Wer je in Berlin gelebt hat, wie konkret die dahinter stehende Frage ist: Wem gehört die Stadt, wenn sie sich verändert? Das Motto der fünften Ausgabe, „Nachbarschaften in Bewegung“, benennt genau das. Und es ist eine Frage, die nicht nur Berlin betrifft.
n einem Instagram-Reel nimmt uns die Intendantin Annemie Vanackere mit auf den Mehringplatz. Das ist einer der Spielorte des Festivals und ein Ort, der in Berlin selbst schon eine Geschichte von Verdrängung, Umbau und umkämpfter Zugehörigkeit aufweist.
Neun Tage lang, kostenlos und im Stadtraum: In der ersten Woche bespielt das Festival den Außenraum mit Arbeiten von Houseclub/Paula Vidal, Raumstrategien (Weißensee Kunsthochschule Berlin) und Saïdo Lehlouh. Im HAU4 ist eine Arbeit von Jira Duguid (Fantasia Malware) zu sehen und im HAU2 findet ein Konzert von X-BERG Kız Meslek Chor & Adir Jan/Erregung Öffentlicher Erregung statt.
Begleitend ist eine Festivalzeitung mit Beiträgen von Lavinia Vago, Saïdo Lehlouh, Studierenden des MA Raumstrategien, Janita-Marja Juvonen, Gabriele Klein und Tine Fetz erschienen. Sie ist kostenlos im HAU und an vielen Orten der Stadt erhältlich. Ich finde es bemerkenswert, dass in einer Zeit, in der kulturelle Institutionen ihre Begleitpublikationen ins Digitale verlagern, hier gedrucktes Papier erscheint – zum Mitnehmen, Verteilen und Liegenlassen.
„Berlin bleibt!“ fragt nicht, ob die Stadt sich verändert – das tut sie, unaufhaltsam. Es fragt, wer dabei sein darf, wenn sie es tut. Das ist die richtige Frage. Und sie wird neun Tage lang gestellt, unter freiem Himmel, ohne Eintritt.
26. Juni bis 4. Juli 2026 | HAU2, HAU4 und im Berliner Stadtraum | Eintritt frei | hebbel-am-ufer.de