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Art Week Berlin 2017 – Höhepunkte Teil 1: Harun Farocki Retrospektive

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So viel Kunst dieses Jahr: Athen, Kassel, Münster, Venedig … da ist die Art Week Berlin eine weitere Zwischenstation, aber eine Station mit vielen weiteren Kunst-Höhepunkten, die sich lohnen dabei zu sein. Vom 13.-17. September findet die sechste Berlin Art Week statt. Und wer der Kunstwoche schon länger treu ist, wird den Farbwechsel gleich bemerkt haben: In diesem Jahr ist der stilgebende Punkt Lila.

In diesem Jahr ist der stilgebende Punkt der Berlin Art Week Lila. Foto: Ruth-Janessa Funk

Zwei Messen, Kunstpreise, Künstlerfilme, Performances und stadtweite Ausstellungs-eröffnungen in Museen, Galerien, Projekträumen und Privatsammlungen bieten auch diesmal eine außergewöhnliche Themenvielfalt und zahlreiche Gelegenheiten für Entdeckungen – ein imposantes Programm. Als Pressevertreter haben wir gestern schon mal einen ersten Eindruck von der Vielfalt des Programms bekommen.

Harun Farocki (1944–2014) gilt als einer der wichtigsten und international einflussreichsten deutschen Filmemacher. Foto*

Künstlerfilme spielen in der sechsten Berlin Art Week eine zentrale Rolle. Dem Künstler Harun Farocki (1944–2014) widmet der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) in Kooperation mit weiteren Partnern eine Retrospektive mit über 100 Filmvorführungen und zwei Ausstellungen. Auch die haubrok foundation organisiert in Kooperation mit dem Kino Arsenal Berlin und der Villa Aurora in Los Angeles das Kunstfilmfestival la > x. Und die Akademie der Künste zeigt eine Filmretrospektive und Ausstellung zu der Zusammenarbeit von Danièle Huillet (1936-2006) und Jean-Marie Straub (geb. 1933).

 

Die Harun Farocki Retrospektive im Rahmen der Berlin Art Week zeigt die Ausstellungen „Mit anderen Mitteln—By other means“ im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) Foto* Kollage: Florencia Young.

 

Harun Farocki (1944 – 2014), Filmemachers, Künstlers und Theoretikers ist einer der bedeutendsten deutschen Vertreter der Filmkunst. Die Retrospektive in den Räumen der Neue Berliner Kunstverein nimmt das über 100 Experimental- und Dokumentarfilme, Essay-, Kurz- und Spielfilme umfassende Werk Farockis ganz genau unter die Lupe. Der in Indien, Indonesien und Hamburg aufgewachsene Künstler trat 1966 im ersten Jahrgang der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) sein Studium an.

Seit Mitte der 1990er Jahre erweiterte er seine filmische Praxis mit Videoinstallationen in den Räumen der bildenden Kunst. Farocki war ein Ethnograf kapitalistischer Lebenswelten, die er sezierte und analysierte. Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) widmet dem Berliner Filmemacher, Drehbuchautor und Medienkünstler von Weltrang in Kooperation mit dem Kino Arsenal, dem Harun Farocki Institut, Savvy Contemporary und dem Silent Green Kulturquartier im Rahmen der Berlin Art Week eine mehrteilige Retrospektive mit zwei Ausstellungen und einem umfangreichen Filmprogramm.

 

Zentral für seinen Ansatz und sein Gesamtwerk ist die Untersuchung der Bedeutung von Bildern, ihrer Entstehung und insbesondere der ihnen eingeschriebenen Machtstrukturen.

Beim dem Besuch durch die Ausstellung ist mir persönlich aufgefallen wie analytisch und medientheoretisch sein Werk ist und auch das Harun Farocki jahrzehntelange Dozententätigkeit sicherlich eine große Bereicherung für viele Lernende war. Diese Frage nach den Einfluss und der Nachhaltigkeit von Farockis äthetischer und interlektueller Praxis widmet sich auch die von Harun Farocki Institut organisierte Mehrtägige Veranstaltung Farocki Now: A Temporary Academy im Silent Green Kulturquartier.

Farockis mehrkanalige Installationen der “weichen Montagen” Foto: Ruth-Janessa Funk

In der Ausstellung im Neue Berliner Kunstverein wird der Fokus auf die filminstallativen Arbeiten Harun Farockis gelegt. Thematisch setzen sich diese Arbeiten mit der Logik des Kinos auseinander. In den überwiegend mehrkanaligen Installationen kommt auch das für Farockis Schaffen zentrale Element der „weichen Montage“ zum Ausdruck: Die Bilder werden nicht nur hintereinander, sondern auch nebeneinander montiert. Der Ausstellungsraum selbst greift diese Logik zusätzlich auf. Zu sehen u. a. die 6-Kanal-Videoinstallation „Fressen oder Fliegen“ (2008), die das Motiv des männlichen Selbstmörders im fiktionalen Film untersucht sowie die 5-Kanal-Videoinstallation „Tropen des Krieges“ (2011), die zentrale Motive des Kriegsfilmgenres versammelt.

Farocki war ein Ethnograf kapitalistischer Lebenswelten, die er sezierte und analysierte. Foto*

Farocki inspirierte auch als Vater der Berliner Schule ein anderes Sehen und ein anderes Zeigen. Das wird uns in den zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen zu seinen Werken deutlich. Das Magazin Monopol zitiert dazu einen passendes Satz von Farocki: “Immer wollen Bilder etwas von uns, wollen uns etwas zeigen oder uns belehren, oft in bester Absicht.” Heute in unserer digitalisierten Welt aktueller denn je. Harun Farocki sollte also unbedingt auf als Höhepunkt auf Ihre Berlin Art Week Liste!


Ausstellung neuer Berliner Kunstverein, Harun Farocki: Mit anderen Mitteln – by Other Means. Eröffnung am 13. September, 18 Uhr, Ausstellungslaufzeit: 14. September 2017 bis 28. Januar 2018, Di – So, 12 – 18 Uhr. www.nbk.org

Das ausführliche Programm der Film- und Gesprächsreihe sowie der Filmvermittlung und Kinderfilme unter www.harunfarockiretrospektive.org

*Fotocredits:© Harun Farocki 2010, © Harun Farocki/Antje Ehmann 2008, © Harun Farocki/Antje Ehmann, 2008, © Markus J. Feger, © Antje Ehmann/Harun Farocki, © Harun Farocki/Antje Ehmann 2008, © Antje Ehmann/Harun Farocki 2011, © Harun Farocki 2006, Key Visual VBKI-Preis BERLINER GALERIEN, Layout: Florencia Young.

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